Bautagebuch Town & Country Bungalow 78 – Der Estrich ist drin!
23.11.2011 – Estrich
Am Mittwoch, dem 23. November wurde der Estrich gelegt. Wie uns unser Bauleiter erklärte, handelt es sich dabei um einen Anhydritestrich bzw. Anhydrit-Fließestrich (AE oder AFE). Dieser hat in den vergangen Jahren stark an Beliebheit zugenommen. Da er den Anforderungen einer kürzeren Bauzeit nachkomm soll. Das heißt, früher begeh- und belastbar. Ein Anhydrit-Fließestrich eignet sich zudem optimal als Heizestrich, weil er eine gute Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit besitzen, nicht brennbar sowie spannungsarm sein soll. Man soll ihn bereits nach sieben bis zehn Tagen aufheizen können. Nicht geeignet ist dieser Estrich jedoch für Naßräume. Deshalb wurde bei uns im Bad auch ein anderer Estrich verlegt.
Der Anhydrit-Estrich setzt sich zusammen aus Wasser, Sandkies mit einer Körnung bis zu acht Millimetern und Anhydrit-Binder. Widersprüchliches hörten wir bezüglich dem Lüftungsverhalten nach dem Verlegen. Während der Estrichleger empfahl drei Tage das Haus nicht zu betreten, dann aber richtig durchzulüften, riet uns der Bauleiter nur spärlich zu lüften. Auf jeden Fall sollte in den ersten Tagen nach dem Estrich legen kein Durchzug gemacht werden, damit der Estrich nicht schüsselt d. h. keine Dellen (Schüssel) bekommt.
Beachtet werden muss die Trocknungszeit des Estrichs. Die Feuchte des Estrichs ist abhängig von seiner Zusammensetzung und der relativen Luftfeuchtigkeit. Bei einer konstanten Temperatur stellt sich ein Gleichgewicht (Ausgleichsfeuchtewert) ein. Diesen Wert geben die Hersteller für jeden ihrer Estriche an. Ob der Estrich bereits belegreif (trocken genug) ist, muss der Handwerker vor den Verlegearbeiten überprüfen! Ermittelt wird die Restfeuche mit der weit verbreiteten CM-Methode. Der Grenzwert bei Anhydrit-Estrichen als Heizestrich soll angeblich bei maximal 0,3 CM-% liegen. Für diese Methode muss aber der Estrich an einer Stelle angebort werden. Zudem kann diese Art der Messung mitunter ungenügend sein. Als Alternative dazu bietet sich der Hydrotest G-812 mit einem Feuchtemessgerät von DNS-Denzel an. Nach einer Woche wurden Bautrockner ins Haus gestellt. Zwei Wochen: Wir warten noch darauf, dass die Gas-Solartherme eingebaut wird, damit mit dem Aufheizen des Estrichs begonnen werden kann. Dabei müssen die jeweiligen Protokolle zum Funktionsheizen sowie zum Belegreifheizen des Estrichs beachtet werden.
Christine Schonschek
Christine Schonschek ist freie Fachjournalistin im Bereich Bauen und Wohnen
Bildunterschriften
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Eines der beiden Entfeuchtungsgeräte, welche wir täglich zweimal leeren
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Der andere Entfeuchter und der Übergang mit Dehnungsfuge zwischen dem Estrich im Bad und dem AE im Flur






